„Tiefer Blick in die Geschichte des Geldes“

Der Wirtschaftsjournalist Thomas Trares hat mein Buches rezensiert und meint:

Dass der Autor selbst kein Ökonom ist, sich aber dennoch an ein derart komplexes ökonomisches Thema wie die Geldschöpfung heranwagt, mag ein Risiko sein, im vorliegenden Fall ist es aber möglicherweise gar von Vorteil. Denn Schreyer schreibt wie jemand, der sich selbst erstmals für das Thema interessiert und seine neu gewonnenen Erkenntnisse nun anderen mitteilen möchte. Das Buch ist also verständlich geschrieben, der Prozess der Geldschöpfung ausführlich und gut erklärt. Zudem gewährt es einen tiefen Blick in die Geschichte des Geldes, den man auch manchem Ökonomie-Lehrbuch wünschen möchte.

Trares kritisiert auch einige Punkte, so etwa meine „steile These, (…) dass der Kapitalismus nicht von einer Planwirtschaft zu unterscheiden sei“. Dies freilich behaupte ich im Buch so gar nicht, sondern schreibe lediglich, dass in beiden Systemen der Einsatz von Krediten geplant werde, nur eben von unterschiedlichen Akteuren. So heißt es auf den Seiten 191 bis 192:

Es mag banal klingen, doch alle Entscheidungsgewalt und Souveränität einer Gesellschaft läuft auf zwei simple Fragen hinaus: Wer darf das Geld erschaffen? Und wer entscheidet über seine Verwendung? Heute erzeugen und verteilen Goldman Sachs, Barclays, Deutsche Bank und Co. fast alles Geld. Daher rührt ihre Macht. Wer an dieser Macht etwas ändern will, der muss die Schöpfung und Verteilung von Krediten neu regeln. Die Annahme, man müsse Geld nur frei strömen lassen, dann fände es von allein seinen Weg in ebenso profitable wie nützliche Investitionen, ist eine Fiktion. Geld und Kredit werden immer gelenkt – von Menschen, die einen Plan verfolgen und ein Ziel festlegen.

Daher ist es auch unsinnig, in dieser Hinsicht den Kapitalismus von einer »Planwirtschaft« zu unterscheiden. In beiden Systemen werden selbstverständlich der Einsatz und das Ziel von Krediten genauestens geplant – nur eben von unterschiedlichen Akteuren. In der sogenannten »Planwirtschaft« entscheidet eine öffentliche Stelle, die – zumindest in einem Staat mit frei gewählter Regierung – auch demokratisch kontrolliert werden kann. Im Kapitalismus hingegen entscheidet eine private Bank, die lediglich ihren Aktionären verpflichtet ist. Geplant aber wird in jedem Fall. Aus dieser Überlegung folgt noch keine Notwendigkeit einer alles lenkenden öffentlichen Zentralgewalt. Genauso töricht wäre es aber, Planung und Lenkung von Krediten per se als ineffizient und überholt anzusehen.

„Wer regiert das Geld?“ für internationalen Buchpreis nominiert

Heute erhielt ich die erfreuliche Nachricht, dass mein Buch „Wer regiert das Geld?“ in die Shortlist der „fünf herausragenden deutschsprachigen Titel“ für den getAbstract International Book Award 2016 aufgenommen wurde. Seit 2001 wird dieser Wirtschaftsbuchpreis jährlich an zwei deutsche und zwei englischsprachige Autoren verliehen. Ausgelobt wird der Preis von getAbstract, einem Schweizer Unternehmen, das sich auf Zusammenfassungen von Wirtschaftsbüchern spezialisiert hat und auch die Kernaussagen meines Buches bereits im Mai auf wenigen Seiten (gut) zusammengefasst hatte. Mitgründer des Unternehmens ist der Bestsellerautor Rolf Dobelli („Die Kunst des klaren Denkens“).

Die diesjährigen Preisträger werden am 19. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse gekürt. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehörten unter anderem Thomas Fricke, Ex-Chefökonom der Financial Times Deutschland, („Wie viel Bank braucht der Mensch?“, 2013), Christian Felber, Mitbegründer von Attac, („Geld – Die neuen Spielregeln“, 2014) und Thomas Mayer, Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank („Die neue Ordnung des Geldes“, 2015).

Geldwissen jetzt auch im Bioladen

Das Magazin EVE hat mich zum „Mythos Geld“ interviewt. Dieses „Magazin für Naturkost und Naturkosmetik“ gehört zum Medienkonzern Gruner + Jahr, erscheint in einer Auflage von 500.000 Exemplaren und liegt deutschlandweit in etwa 3000 Bioläden kostenlos aus. Die Leserschaft besteht laut eigenen Angaben zu über 80 Prozent aus Frauen. Wie Geld funktioniert und wer es erzeugt, geht alle an – nicht nur die Leser von Wirtschaftszeitungen. Hier der Link zum Interview.

Wo die Macht im Staate liegt

Der Schweizer Journalist Christoph Pfluger, seit über 20 Jahren Verleger der spannenden Zeitschrift „Zeitpunkt“, empfiehlt mein Buch auf seinem Blog und meint:

Die Ereignisse seit Ausbruch der Finanzkrise haben das Bewusstsein für den Konflikt zwischen der legitimen, aber schwachen Macht der Demokratie und dem informellen, aber starken Einfluss der Geldinteressen etwas geschärft, aber noch nicht für seine Ursachen. Dazu leistet Paul Schreyers verständlich und flüssig geschriebenes Buch einen wichtigen Beitrag. Es zeigt: «Alle Entscheidungsgewalt und Souveränität einer Gesellschaft läuft auf zwei simple Fragen hinaus: Wer darf das Geld erschaffen? Und wer entscheidet über seine Verteilung?»

Pfluger ist selbst Autor eines empfehlenswerten aktuellen Buches zum Thema: „Das nächste Geld“.

 

Dunkle Verhältnisse

Der Journalist Walter van Rossum hat mich für die WDR 3-Buchsendung „Gutenbergs Welt“ interviewt. In seiner Anmoderation des 12-minütigen Gespräches heißt es:

Getragen von den Flügeln der Aufklärung gedeiht die Rhetorik der Expertise. Große Worte fallen unentwegt: der Mensch, die Liebe, das Bewusstsein, unsere Werte, die Freiheit – und so weiter. Doch was verstehen wir wirklich davon? Geld bestimmt den Lauf der Dinge. Aber was ist das eigentlich? Wo kommt das her? Und kaum denken wir darüber nach, wird es uns unheimlich. Und es wird noch unheimlicher werden, wenn man das Buch „Wer regiert das Geld? Banken, Demokratie und Täuschung“ von Paul Schreyer liest. Über die dunkle Herkunft des Geldes spreche ich jetzt mich Paul Schreyer.

Hier kann man die Sendung vollständig anhören (das Interview beginnt in Minute 4).