Lesetipp: „Der Weg in die totale Kontrolle“

Im folgenden Interview, das die Nachdenkseiten mit dem Journalisten Norbert Häring geführt haben, wird die derzeit laufende Kampagne gegen das Bargeld näher beleuchtet. Hier ein Auszug:

Nachdenkseiten: Herr Häring, die Bundesregierung will eine europaweite Obergrenze für Barzahlungen, die Europäische Zentralbank will den 500-Euro-Schein abschaffen. Als hätten Sie das geahnt, haben Sie ein Buch mit dem Titel „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen: Der Weg in die totale Kontrolle“ geschrieben, das heute erschienen ist. Wie kam es dazu?

Häring: Vor 9 Monaten fand in London eine halb-geheime Konferenz der Schweizerischen Nationalbank zur Abschaffung des Bargelds aus geldpolitischen Gründen statt. Ich beschäftigte mich als Journalist mit den Hintergründen. Dabei wurde mir klar, dass es eine abgestimmte, weltweite Kampagne zur Verdrängung des Bargelds gibt, die mit Sicherheit auch Deutschland erreichen würde. Davor wollte und will ich warnen.

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„Erklärt verständlich und treffend das Geldsystem“

Bei Amazon wurden inzwischen die ersten Leserrezensionen zu „Wer regiert das Geld?“ verfasst. Einer der Rezensenten dort ist Handelsblatt-Journalist Norbert Häring, selbst Buchautor zum Thema und ein ausgewiesener Kenner des Geldsystems. Er meint:

Der Autor nennt sein Buch auf dem Cover „Eine Reise ins Zentrum der Macht“. Das trifft es gut. Er erklärt verständlich und treffend das Geldsystem, in dem Banken im Großen und Ganzen alles umsonst bekommen, weil sie mit selbst gedrucktem Geld einkaufen können. Das hat man in letzter Zeit hier und da schon gelesen, aber er geht noch über das hinaus, was man kennt. Er erläutert auch, wie die verschiedenen Arten von Geld mit den Rechnungslegungsstandards zusammenhängen, beziehungsweise, wie sie von diesen verschleiert werden, und wer diese Standards setzt. Letztlich sind es wieder Banker. Auch ein gut durchdachtes Kapitel zu den Staatsschulden und ihren Haltern hat das Buch aufzuweisen. Besonders interessante sind die Kapitel über die amerikanische und besonders die deutsche Geldgeschichte. Dort lässt sich sehr schön nachlesen und erfassen, welche Interessengruppen über die Jahrzehnte am Geldsystem zogen und zerrten und so dafür sorgten, dass das öffentliche Interesse bei der Ausgestaltung nicht unbedingt die erste Rolle spielte.

Zur vollständigen Rezension, die auch auf dem Blog von Norbert Häring erschien, geht es hier. An dieser Stelle auch der Hinweis auf Härings soeben erschienenes wichtiges Buch „Die Abschaffung des Bargelds und die Folgen“.

„Banken spielen eine Doppelrolle“

Die Ostsee-Zeitung führte zum Buch ein Interview mit mir, das in der Ausgabe vom 11. März veröffentlicht wurde. Hier ein Auszug daraus:

OZ: Henry Ford soll einmal gesagt haben, dass es gut sei, dass die Menschen das Geldsystem nicht verstünden, sonst hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh. Eine extreme Zuspitzung oder ist da wirklich was dran?

Schreyer: Über die Hintergründe des Geldsystems wird zumindest selten gesprochen. Den Satz von Ford hat übrigens Bundespräsident Gauck einmal auf einer Rede vor dem Bankenverband zitiert und damit Gelächter unter den versammelten Bankern geerntet. Es stimmt sicher, dass kaum jemand, auch unter den Politikern, das Geldsystem wirklich versteht.

OZ: Wie sind die modernen Banken eigentlich so mächtig geworden?

Schreyer: Banken spielen eine Doppelrolle: Sie erzeugen nicht nur einen großen Teil des Geldes, sondern sie entscheiden auch darüber, welche Personen, Firmen oder Staaten es dann geliehen bekommen und welche eben nicht. Außerdem betreiben sie unser aller Zahlungssystem, die Buchführung jedes einzelnen Girokontos. Damit sind wir alle abhängig von den Banken, denn ohne Girokonto kann man am modernen Leben kaum teilnehmen.

(…)

OZ: Warum verschuldet sich der Staat bei Privatbanken und verschafft sich nicht direkt Geld bei der Zentralbank? Ist das eine Form des Souveränitätsverzichts?

Schreyer: Praktisch schon. Der Staat macht sich abhängig. Das müsste er nicht, er könnte sich das Geld genauso gut bei der eigenen Zentralbank leihen. Deren Zinsgewinne und Profite würden dann wieder in den öffentlichen Haushalt fließen – Private könnten also nicht jedes Jahr Milliarden abzweigen, so wie heute.

Zum vollständigen Interview geht es hier (JPG-Datei).

Blick in den „Spiegelpalast“

Der Autor und Blogger Sven Böttcher hat das Buch gelesen und meint:

Dass einem bei Paul Schreyers Rundgang durch die Gebäude der Geldregierung gelegentlich dezent schwindlig wird, liegt nicht am eloquenten Reiseführer, sondern an der präsentierten Architektur: In einem so komplexen mehrstöckigen Spiegelpalast verliert der Besucher eben doch gelegentlich die Orientierung. Oder steht auch mal mit einem Fuß im luftleeren Raum, erschrocken, wahlweise fassungslos.

Zur vollständigen Rezension geht es hier.

Interview mit den Nachdenkseiten

Die Nachdenkseiten haben mich zum Buch interviewt. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:

Nachdenkseiten: Sie verwenden immer wieder den Begriff „Geldsystem“. Was meinen Sie damit genau?

Schreyer: Es geht um die Prinzipien und Regeln, nach denen Geld heute zuerst geschaffen und danach verteilt wird. Das Geld ist ja nicht einfach da. Jemand erzeugt es zunächst. Das fällt oft unter den Tisch. In der Regel wird in der Öffentlichkeit nur darüber diskutiert, wie Banken, Konzerne oder einzelne Reiche das bereits zirkulierende Geld bei sich anhäufen – und ob das in diesem Ausmaß akzeptabel sei. Man sollte aber noch eine Ebene höher gehen: Wer schöpft überhaupt neues Geld? Und mit welcher Legitimation geschieht das?

Nachdenkseiten: Und, wie lautet die Antwort?

Schreyer: Fragt man Menschen auf der Straße, dann denken die meisten, dass das Geld von der Zentralbank oder der Regierung geschaffen wird. Dazu gibt es Umfragen in verschiedenen Ländern – in Deutschland, der Schweiz, Großbritannien. Überall glaubt die große Mehrheit der Leute, ja, glauben teilweise sogar die Parlamentsabgeordneten, dass eine öffentliche Stelle das Geld erzeugen würde. Aber das ist falsch. Nur das Bargeld wird heute noch von Zentralbanken oder der Regierung erzeugt. Und Bargeld macht inzwischen weniger als 20 Prozent des umlaufenden Geldes aus. Das meiste Geld ist heute Giralgeld, also die Beträge auf unseren Girokonten, mit denen wir bezahlen – zum Beispiel via Lastschrift oder EC-Karte. Dieses Geld aber schaffen die privaten Banken.

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