„Banken spielen eine Doppelrolle“

Die Ostsee-Zeitung führte zum Buch ein Interview mit mir, das in der Ausgabe vom 11. März veröffentlicht wurde. Hier ein Auszug daraus:

OZ: Henry Ford soll einmal gesagt haben, dass es gut sei, dass die Menschen das Geldsystem nicht verstünden, sonst hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh. Eine extreme Zuspitzung oder ist da wirklich was dran?

Schreyer: Über die Hintergründe des Geldsystems wird zumindest selten gesprochen. Den Satz von Ford hat übrigens Bundespräsident Gauck einmal auf einer Rede vor dem Bankenverband zitiert und damit Gelächter unter den versammelten Bankern geerntet. Es stimmt sicher, dass kaum jemand, auch unter den Politikern, das Geldsystem wirklich versteht.

OZ: Wie sind die modernen Banken eigentlich so mächtig geworden?

Schreyer: Banken spielen eine Doppelrolle: Sie erzeugen nicht nur einen großen Teil des Geldes, sondern sie entscheiden auch darüber, welche Personen, Firmen oder Staaten es dann geliehen bekommen und welche eben nicht. Außerdem betreiben sie unser aller Zahlungssystem, die Buchführung jedes einzelnen Girokontos. Damit sind wir alle abhängig von den Banken, denn ohne Girokonto kann man am modernen Leben kaum teilnehmen.

(…)

OZ: Warum verschuldet sich der Staat bei Privatbanken und verschafft sich nicht direkt Geld bei der Zentralbank? Ist das eine Form des Souveränitätsverzichts?

Schreyer: Praktisch schon. Der Staat macht sich abhängig. Das müsste er nicht, er könnte sich das Geld genauso gut bei der eigenen Zentralbank leihen. Deren Zinsgewinne und Profite würden dann wieder in den öffentlichen Haushalt fließen – Private könnten also nicht jedes Jahr Milliarden abzweigen, so wie heute.

Zum vollständigen Interview geht es hier (JPG-Datei).

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